Versuchen wir das anhand eines Beispiels: Es soll der Calciumgehalt eines Mineralwassers gemessen werden.
Annahmen:
- Messbereich liegt zwischen 0 und 100ppm (entspricht 0 bis 100 mgL)
- Das zu messende Mineralwasser hat (laut Etikett) eine Konzentration von 345mgL Calcium.
- Es sollen 3 Verdünnungen erstellt werden, für die Meßkolben mit je 10mL, 25mL und 50mL bereitstehen.
- Es steht eine Varipette von 0,6 bis 10 mL zur Verfügung
Berechnung:
Es gilt wie in http://rmtux.de/node/172 die Beziehung β1⋅V1 = β2⋅V2. Der linke Teil (Index 1) wird für das Mineralwasser verwendet, der rechte Teil (Index 2) für die Verdünnung.
Der erste Meßkolben hat 10mL, also ist V2=10mL=0,01L. Für die gewünschte Konzentration wählt man einen Wert im oberen Drittel des Messbereichs, also etwa β2=75mgL. Die Ca-Konzentration im Mineralwasser ist mit β1=345mgL angegeben. Dann benötigt man V1 = β2⋅V2β1 = 75mgL⋅0,01L345mgL = 0,002174L = 2,174mL Mineralwasser.
WENN ich also ETWA 2,174mL Mineralwasser in den 10mL Meßkolben pipettiere, dann erhalte ich eine Ca-Konzentration von ETWA 75mgL.
Nun kann ich mit der Varipette vermutlich nicht GENAU 2,174mL pipettieren. Es sollte aber möglich sein 2,0mL oder 2,1mL damit zu pipettieren. Damit würde ich das Ziel, in den Messbereich von 0 bis 100ppm hinein zu verdünnen, immer noch einhalten.
Die gleiche Menge pipettiere ich natürlich auch in die 25mL und 50mL Meßkolben.
Und beim Berechnen des Ergebnisses berücksichtige ich, dass ich Verdünnungen gemessen habe.