Bei der Elektrolyse einer wässrigen NaCl-Lösung wird Chlor bei einer Badspannung von 7,35V durch 5,20 kWh mit einer Stromausbeute von 88,2% abgeschieden. Welches Volumen nimmt das trockene Gas bei 23°C und 1045mbar ein?
Zunächst benötigen wir mal die dazu passenden Naturgesetze. Gehen wir die Aufgabe mal von hinten nach vorn durch. Für das Volumen bei enem bestimmten Druck und Temperatur dürfte die allgemeine Gasgleichung pV=nRT hilfreich sein. Dazu benötigen wir aber die Stoffmenge, die wir aus den übrigen Angaben ermitteln müssen. Nach dem ersten Faradayschen Gesetz ist die entstehende Stoffmenge proportional zur geflossenen Ladungsmenge: Q=I⋅t=z⋅F⋅n, mit der Anzahl z an Elektronen für ein Molekül des Produkts und der Faradaykonstante F=96485A⋅smol.
Jetzt fehlt noch der erste Schritt, wie man von der angegebenen Spannung U=7,35V und der angegebenen Arbeit W=5,20kWh auf eine Ladungsmenge Q kommt.
Definitionsgemäß ist Strom Ladung pro Zeit, also I=Qt, also ist Q=I⋅t. Und Leistung ist Arbeit pro Zeit, also P=Wt oder umgeformt W=P⋅t. Elektrische Leistung ist P=U⋅I. Also ist elektrische Arbeit Wel=U⋅I⋅t. Dies löst man nach I auf: I=WU⋅t.
Damit können wir die Ladungsmenge ausrechnen: Q=I⋅t=WU⋅t⋅t=WU. In unserem konkreten Fall haben wir Q=WU=5,2⋅103⋅V⋅A⋅3600s7,35V=2,5469⋅106A⋅s=2,5469⋅106Coulomb.
Nun nehmen wir das 1. Faradaysche Gesetz Q=z⋅F⋅n und bestimmen daraus die Stoffmenge n=Qz⋅F. Um ein Molekül des Produkts Cl2 aus den Chlorid-Ionen Cl− der Lösung zu erhalten, benötigt man 2 Elektronen, also ist z=2. n=Qz⋅F=2,5469⋅106A⋅s2⋅96485A⋅smol=13,1986 mol
Welches Volumen nimmt diese Stoffmenge bei den angegebenen Bedingungen ein? Aus pV=nRT erhält man V=nRTp=13,1986 mol⋅8,314Jmol⋅K⋅296K1,045 bar=
V=13,1986 mol⋅8,314kg⋅m2s2⋅mol⋅K⋅296K1,045⋅105kgm⋅s2=0,3108m3=310,8L
Da wir aber nur eine Ausbeute von 88,2% haben ist das erhaltene Volumen V=310,8⋅0,882=274,1L.